Zielsetzung
Ziel ist, einen basisdemokratischen Freiraum vom Alltag zu schaffen, gedeihen zu lassen und zu foerdern, dass es als Erfolgsprojekt Vorbildcharakter hat und sich ein neuer Ansatz der sozialen und politischen Aktivitaet ergibt.
Der fuer alle Menschen attraktiv ist, die Verstaendigung und Zusammenarbeit wollen, durch die verschiedenen sozialen und politischen Gruppen hindurch,
Einen Weg zu finden, dass moeglichst viele Menschen aus der depressiven Passivitaet, die aus den (oft nur subjektiv) geringen Handlungsmoeglichkeiten des Einzelnen herruehrt, einen attraktiven Ausweg finden. Naemlich in der Gemeinschaft etwas fuer die Gemeinschaft zu tun, Schoenes und Nuetzliches.
Einleitung, Grundsaetzliches
Die groessten Hindernisse, sehr verschiedene Menschen zusammenzubringen, sind Vorurteile, Intoleranz, Angst und Hass. Daher muss diesem Aspekt durchgehend bei allen Ueberlegungen und Planungen groesste Beachtung geschenkt werden. Vorstufe von Angst und Hass kann sich in Ablehnung zeigen, ob nun aus dogmatischen oder aufgrund von (subjektiven) aeusserlichen Reizwirkungen. Daher muessen Dinge, die (potentiell) abstossende Reizwirkung ausueben koennen, aufmerksam im Vorfeld wie im laufenden Betrieb beruecksichtigt werden.
Sonst wird nicht die ganze Zielgruppe (die, die sich ungefaehr das Gleiche wuenschen wie in der Grundzielsetzung oben beschrieben) erreicht, weil Untergruppen der Zielgruppe sich abgeschreckt/abgestossen fuehlen oder eine Mitarbeit fuer sich nicht vereinbar ansehen. Das wuerde dann auf ein Randgruppenprojekt hinauslaufen, sei es politisch, religioes, sozialschichtenmaessig oder altersgruppenbezogen. Die Grundzielsetzung zu erreichen, setzt also voraus, Dingen, die bestimmten Gruppen die Schwelle erhoehen, sich hinzuzugesellen und auch mitzuwirken, groesste Aufmerksamkeit geschenkt wird. (Solche Dinge sind zu vermeiden bzw. ausschliesslich dann einzusetzen, wenn es darum geht, das Projekt fuer Personen/Gruppen, deren Teilnahme nicht erwuenscht ist, unattraktiv zu machen.)
Idealerweise gelingt es, Offenheit und Akzeptanz in einem Masse zu schaffen, dass eine hohe Beteiligung durch alle moeglichen gesellschaftlichen Gruppen hindurch erreicht wird, dann besteht auch die Moeglichkeit ueber den Kontakt zu Abgeordneten und Parteien auf politischer Ebene Verbesserungen zu erreichen. Dies waere dann wie eine Bruecke von Waehler zu Politik. So koennten Buerger, ohne sich mit parteipolitischem Engagement zu belasten, direkten Einfluss auf das lokale politische Geschehen nehmen. Dies koennte ein Loesungsweg sein fuer das vielbeklagte Problem, dass die Politiker „keinen Kontakt zur Basis“ mehr haetten. So koennte eine wichtige Ursache der „Politikverdrossenheit“ angegangen werden, die letztlich nur der Demokratie schadet.
Konkretisierung
Jeder Mensch hat als Kind Traeume gehabt. Im Laufe des Erwachsenwerdens sind der Grossteil dieser Traeume durch die Resignation aufgrund aller moeglichen „Sachzwaenge“ des taeglichen Lebens usw. praktisch „untergegangen“.
Diese Traeume, „Utopien“ sind bei eigentlich jedem Menschen dieselben:
1. Frei zu sein. Gluecklich zu sein. Sich wohlzufuehlen. Schoenheit statt Missfallen.
2. Keine Not spueren muessen, sondern satt zu werden.
3. Akzeptiert und respektiert zu sein/zu werden. Freundschaft statt Bedrohung, Feindschaft, Hass und Kampf.
4. Nicht ertragen muessen, was man nicht in seiner Naehe haben moechte.
5. Wahrhaftigkeit und Vertrauen
[ usw ]
Jeder hat diese Traeume tief in sich, unabhaengig von Geschlecht, Alter, sozialer Stellung, Religion oder Lebensphilosophie und politischer Ideologie.
Diese „Traeume“ oder „Utopien“ koennten eine gute Basis sein, ein Minimum von Grundsaetzen zu definieren, wofuer das Projekt stehen und umgesetzt werden soll.
Daher ist so wichtig, die Sache so umzusetzen, dass nicht gegen diese Grundwuensche der Menschen verstossen wird oder ihnen ein solches Gefuehl entstehen koennte.
Wenn sich also eine Ansatzmoeglichkeit finden laesst, die unterschiedlichste Menschen unterschiedlicher Religionen und Ideologien konstruktiv zusammenkommen zu lassen, die auch noch offen fuer alle, also attraktiv und ohne Hemmschwellen sich zu beteiligen ist, koennte sich eine Perspektive auftun, im lokalen, kleinraeumig regionalen Bereich basisdemokratische Strukturen aufzubauen. Wenn es gelingt, ausreichende Beteiligung der Menschen in der oertlichen Umgebung des lokalen Projekthauses zu erreichen, laesst sich eine direktdemokratische lokale „Lobby“ umsetzen, die auf die reale Politik Einfluss nehmen kann. Ohne dass man Vereine oder Parteien gruendet. Alleine durch Oeffentlichkeitsarbeit.
Es muss also Neuland beschritten werden. Wege und Ansaetze, die frueher undenkbar waren, weil chancenlos, oeffnen sich. Neue Moeglichkeiten wollen genutzt werden.
Also muss man sich von alten Denkweisen befreien. Um voranzukommen und den Kurs mitzubestimmen, auf die als „sustainable“ erkannten Ziele hinarbeiten. Damit Bewusstsein schaffen. Bewusstsein schafft ueber kurz oder lang Veraenderung.
Also ist die Vereinbarkeit der konkreten Projektumsetzung mit diesen „Traeumen“ unbedingte Erfolgsvoraussetzung.
Alles, was gemacht wird, muss so gemacht werden, dass es mit allen diesen Pruefsteinen vereinbar ist.
Dass beispielsweise die verbreitete basisdemokratische „Regierungsform“ Tagesplenum nur mangelhaft geeignet fuer eine erfolgreiche Projektumsetzung ist, ergibt sich so aus verschiedenen Gruenden:
-Wer nicht die Zeit hat, jeden Tag stundenlang anwesend zu sein, wenn das Plenum stattfindet, ist gehindert an der Meinungsbildung und Beschlussfindung.
-Die fuer die Beurteilung und Entscheidungsfindung wichtige Information ist nur moeglich, wenn man stets anwesend ist. Umso schlimmer, wenn die Plena zu unterschiedlichsten Zeiten stattfinden. Seiteneffekt: wegen diesem Informationsrueckstand derjenigen, die nicht staendig da sein koennen, bildet sich ohne offenes Informationswesen ueber kurz oder lang ein kleiner, informierter Kreis, quasi eine Kadernomenklatura. Und damit ist das nicht mehr wirklich basisdemokratisch.
-
Die Schlussfolgerungen sind also u.a. die Wichtigkeit von Offenheit und Transparenz, und ein Modus der Beschlussfindung, der allen eine vergleichbare Moeglichkeit gewaehrt, eine „informed decision“ zu treffen und mitabzustimmen. Das zeigt, dass es sich lohnen koennte, ueber andere konkrete Umsetzungsformen der Basisdemokratie als die „Plenumsdemokratie“ nachzudenken.
Umsetzung
Konkret ist das kurzfristige Ziel also erst einmal, eine kleine, nicht profitorientierte „Oase“ in einem vorhandenen Laden mit Garten zu schaffen, einen Freiraum in der „Welt der grauen Maenner“ (also um es mit Momo zu sagen, unserer realkapitalistischen Gesellschaft). Einen Modus zu finden, wie so etwas funktionierend umgesetzt werden koennte. Dass die grundlegende Zielsetzung erreicht wird, indem die richtigen Dinge getan werden, und grundlegende Konzept- und Ausfuehrungsfehler vermieden werden.
Dies wiederum setzt voraus, dass man das Konzept fortwaehrend (auch im Laufe der Umsetzung!) kritisch prueft, um die wichtigsten potentiellen Knackpunkte moeglichst von vornherein zu (er)kennen und umzugehen. Viele Dinge, die einen Erfolg ausschliessen wuerden, lassen sich schon im Vorfeld anhand der o.g. Pruefsteine identifizieren und konzeptionell und bei der konkreten Umsetzung beruecksichtigen.
Wenn das funktioniert, dann kann solch ein Ort Kristallisationspunkt fuer viele andere Basisaktivitaeten neben der Kommunikation und dem Zusammenessen werden.
Im naechsten Artikel entwickle ich einige Rahmengedanken ueber Gesichtspunkte, die fuer eine weite Akzeptanz eines solchen Projekts wichtig sein koennten. Was geht, was geht warum nicht? Wie geht es, wie geht es nicht, und warum?
Daraus dann in spaeteren Artikeln die Schlussfolgerungen, wie in einem solchen Rahmen dann konkret (hoffentlich) erfolgreich gearbeitet werden koennte.
Kritik ist wie immer willkommen.