Bilder wiedereingestellt und warum.

Auszug aus einem Kommentar:

tztz, du machst dem namen deines blogs alle ehre. gegenstimmen gehören zu einer gelebten demokratie dazu. genau deswegen bin ich hier in deinem blog gelandet. und nun das!
mich würde mal brennend interessieren, was das „plenum“ denn an deinen beiträgen beanstandet hat. alternativ und basisdemokratischer kannst du sie auch einfach wieder reinstellen. kann sich dann jeder selbst ein bild machen!

Im Prinzip vollkommen richtig. Wenn ich die Bilder nicht veroeffentliche, dann decke ich praktisch die Behauptung mit, dass das angebotene Ersatzobjekt eine „Ruine“ waere.
Schlimmer noch, im Versuch, mich an die „plenumsdemokratischen“ Regeln zu halten, verstosse ich damit gegen den basisdemokratischen Offenheitsgrundsatz.

Es hiess, dass eine Veroeffentlichung dieser Bilder die „auf verschiedenen Ebenen laufenden Gespraeche“ ueber ein anderes Ersatzobjekt gefaehrden koennten. Ich wollte also auf keinen Fall einen potentiellen Schaden anrichten und zog die Veroeffentlichung zurueck. Doch nun sieht die Lage anders aus.

Diese „Gespraeche auf verschiedenen Ebenen“ endeten mit hoeflichen Worten eines Stadtoberen, man wolle sich umsehen, ob irgendwo vielleicht ein passendes Objekt in Staatsbesitz existiert. Wer’s glaubt. Dies parallel zur „Beendigung der Besetzung“.
Da mangels anderer passender Objekte in Buckau offensichtlich nicht mit einem entsprechenden Angebot zu rechnen ist, wird die „Bewegung“ wahrscheinlich bald einschlafen, wenn nicht bald ein anderes Gebaeude zur Verfuegung steht.

Zitat aus der Erklaerung der Besetzer nach der Beendigung der Besetzung:

Die Idee des Libertären Zentrums ist nicht an ein bestimmtes Gebäude gebunden. Die Kampagne läuft weiter.

Wenn ernsthaftes Interesse an einem solchen „Freiraum“ bestehen sollte, waere wahrscheinlich die einzige Moeglichkeit, wenn das von der MDSE angebotene Ersatzobjekt noch einmal begutachtet wird, um die Ablehnung zu revidieren. Denn dass das Gebaeude keine „Ruine“ ist, kann man spaetestens anhand der Bilder nachvollziehen. Wie waere es also, wenn die „Freiraumkampagne“ die Stadtoberen um konkrete Verhandlungen bittet wg. dem Gebaeude in der Schoenebecker Str?

    Dann waeren die Stadtoberen naemlich wieder am Zug. Das sehe ich als letzte Chance fuer die Besetzer.

Die Fotobeitraege wurden unveraendert wiedereingestellt. Falls Interesse bestehen sollte an den Bildern von den beiden oberen Etagen (grosse Saele), Dach und Keller (Saal, Sanitaer- und Luftschutzraeume, ideal fuer Musik/Konzertveranstaltungen), bitte in Kommentar anmerken. Dann werde ich die anderen Fotos auch noch kommentieren und reinstellen.

Annaeherung an das Ersatzobjekt

Das Ersatzobjekt befindet sich direkt noerdlich von der Strassenbahnkehre Buckau-Wasserwerk.

Nach dem Uebersteigen der Mauer der erste Blick von der Industriebrache nach Osten auf das Objekt.
Blick auf Industriekomplex

Nach Norden der Blick Richtung Factory (Konzertschuppen):
Blick auf Factory

Man ahnt schon die gewaltige Groesse der Freiflaeche.

Der Hintereingang des Ersatzobjekts ist schon ein wenig zugewildert:
Verwilderter Eingang

Man muss schon sehr genau hinsehen, um den Eingang zu erkennen :D
Versteckter Eingang

Eine Birke hat sich auf der Treppe niedergelassen – deshalb ist der Eingang so versteckt!
Boeser Baum!

Das Hochparterre

Und nun rein ins Haus!

Der erste Blick ins Haus:
Eingangsraum

Aber, oh weh! Vielleicht ist das ja der Grund, warum das Ersatzobjekt von manchen Besetzern so vehement abgelehnt wird:
Hier wohnt wer!

Nun Blick in den zweiten Raum. Schoen sieht es nicht aus. Trockenbauverkleidung ist kaputt, baulich nichts von Bedeutung.
Schnellbauschrott

HWL-Platten sind von der Decke gefallen, Regenschaden. Nichts Schlimmes, das Holz sieht i.O. aus.
Loch in Decke

Und weiter, naechster Raum. Ein Saal! Fenster sind mit Platten zugemacht. Sch….-Assis, die sich an Zerstoerung aufgeilen, indem sie Glas einwerfen usw.
Schwenk durch den Raum:
Schwenk 1
Schwenk 2
Schwenk 3

Und nun Blick vom Saal in den Hausflur:
Blick in Flur

Nun in den Flur hinein, und Blick auf das suedliche Treppenhaus:
Treppenhaus Sued

Weiter durch den Flur:
Flur

Blick auf den Haupteingang, der in die Toreinfahrt oeffnet:
Haupteingang

Wenn man die Treppe vom Haupteingang hochsteigt, der Blick in den Flur:
Blick in Flur

Im naechsten Eintrag ein paar Blicke in die Zimmer im Hochparterre, und danach geht es weiter ins 1. OG!

Zimmer im Hochparterre

Bevor wir zur naechsten Etage uebergehen, noch ein schneller Blick in ein paar an den Hochparterre-Flur anliegende Zimmer.

Der groesste Raum zur Strasse hin laesst deutlich die Ausstattung mit Doppelfenstern erkennen.
Strassenzugewandt

Die Raumhoehe im Hochparterre liegt knapp unter 4 Meter, wie am an der Wand angelehnten Zollstock zu ersehen ist.
Raumhoehe 3.80m

Auf der strassenabgewandten Seite des Flurs Blick durch die drei dort liegenden Raeume:
Nebenkorridor

Da diese drei Raeume leer und mangels „vorzeigbarer“ Bauschaeden eher langweilig sind, lieber zwei Bilder, um den Ausblick aus den Fenstern zu zeigen:
Fenster 1
Fenster 2
Man sieht also, dass die dunkelsten Raeume im Hochparterre immer noch sehr hell sind.

Das Kino

Nach dem kurzen Rundgang durchs Hochparterre zurueck Richtung Treppenhaus.
Bevor wir uns die Treppe hochbewegen, ein kurzer Blick nach unten, Richtung Tiefparterre/Keller.
Blick nach TP

Auf halbem Weg nach oben ein Blick zurueck ins Hochparterre:
Halbetage

Und Blick nach oben Richtung 1. OG:
Richtung oben
Ri. oben 2

Angekommen im 1. OG, zuerst mal Blick in den Korridor Richtung Norden:
Korridoe

Blick ins Zimmer gleich gegenueber der Treppe, Richtung Osten:
Zimmer Ost

und nun Blick in den Korridor Richtung Sued:
Korridor Sued

In diesen Korridor rein, Blick ins erste Zimmer rechts:
Zimmer

Von diesem Zimmer Blick durch die Tuer.
WOW! Ein voll stylisches Kino!
Kino

Ueber der Tuer sieht man, wo mal der Projektor gewesen sein muss:
Projektor

Zuschauerperspektive:
Zuschauerperspektive

Cool! Ich finds einfach geil… ein Kino!
Aber sowas kann man natuerlich UEBERHAUPT nicht gebrauchen, schliesslich ist das doch eine RUINE ?!? ;)

Suedhaelfte 1. Etage

Jetzt den gleichen Weg zurueck, um mal aus dem Fenster zu gucken, wie der Eingangsraum von oben aussieht, wo die HWL-Platten runtergefallen sind. Man erkennt, dass ein Glasdach darueber liegt (von irgendwelchen Idioten eingeworfen :( )
Im Endeffekt also das beste, die abgehaengte Decke mit den heruntergefallenen HWL-Platten ganz wegzuhauen, dann bekommt man einen lichtdurchfluteten Eingang!
Glasdach

Vom selben Fenster ein Blick in die Ferne, ueber die Freiflaeche:
Blick in die Ferne

Zurueck in den Suedflur, Blick nach Sueden (rechts, nicht im Bild der Projektorraum fuer den Filmvorfuehrer):
Suedblick

Ein paar Blicke in den Suedostraum. Der Schimmel in der aeusseren Raumecke ruehrt vermutlich von einem kaputten Regenfallrohr her.
Suedost 1
Suedost 2

Am Zollstock erkennt man, dass die Raumhoehe auch im 1. OG nur knapp unter vier Metern liegt.
Raumhoehe

Nun durch den Suedkorridor zurueck nach Norden, Richtung Treppenhaus:
Nach Norden

Ueberlegungen zur Machbarkeit

Was ist eigentlich Basisdemokratie? Wikipedia-Definition Basisdemokratie
Weitergelesen bei „Deliberative Demokratie“ Wikipedia-Definition Deliberative Demokratie

Hier besonders interessant einige Passagen aus dem Abschnitt „Kritik“:

Kritisiert wird, dass es in der gesellschaftlichen Realität nicht umsetzbar sei. Zum Beispiel müssten in Deutschland 80 Millionen Menschen an einem Diskurs teilnehmen. Wird aber dieser Diskurs über Medien in die Öffentlichkeit getragen, so ist die Kommunikation systematisch verzerrt. Zum einen, weil die Medien ihre Ware verkaufen müssten und so nicht das veröffentlichen, was normalerweise veröffentlicht werden muss. Zum anderen, weil die Medien eine Nähe zur wirtschaftlichen oder politischen Macht haben. Eine Deliberation ist nach Meinung der Kritiker nur in einer Gemeinde oder auf Kreisebene möglich.

Diese Kritik nennt wichtige Problemaspekte fuer eine funktionierende basisdemokratische Organisation:
1. Freier Zugang zu allen Informationen, freie Mitteilungsmoeglichkeiten fuer alle.
Setzt voraus, dass nicht-kommerzielle Verbreitung aller Informationen moeglich ist. Sonst leichte Moeglichkeit von interessierten Gruppen, eine Schweigespirale in Gang zu setzen.

2. Die Frage der praktikablen Einzugsbereichsgroesse, oder Zellengroesse

Bei diversen nordamerikanischen Indianerstaemmen mit basisdemokratischen Organisationsformen hiess es, eine Siedlung duerfte maximal dreitausend Einwohner haben, ansonsten wuerde sie „krank“ werden.
Wie ist das „krank“ werden einer Gemeinschaft zu verstehen?
Versucht man sich in die Lage und Blickweise von Menschen zu versetzen, fuer die die „richtige Lebensweise“ ganz selbstverstaendlich darin bestand, soweit moeglich mit der Natur im Einklang zu leben zu versuchen, sich selbst als deren Teil zu sehen
- dann waere es durchaus plausibel, diese biologistische Uebertragung „krank werdende Stadt“ so zu interpretieren, dass eine Ortschaft zu gross geworden ist, so dass die basisdemokratische Ordnung zerfaellt.

Daraus ergaebe sich ein moeglicher Grenzwert der Orts/Zellengroesse von ca. 3000 Einwohnern.

Das bedeutet immerhin, dass man durch enge oertliche Begrenzung der einzelnen basisdemokratischen Organisationsbereiche die Moeglichkeit hat, ohne Inanspruchnahme der kommerziellen Massenmedien Oeffentlichkeitsarbeit zu betreiben, die jeden im Einzugsbereich erreichen kann.

-Wandzeitung (wo jeder seine Beitraege anbringen kann)
-Stadtteilzeitung (nie an Tagen verteilen, wo die kommerziellen Kostenloszeitungen verteilt werden!)
-oertlicher Treffpunkt/offener Raum
-Zusaetzlich das Internet fuer alle, die nicht laufen wollen/koennen, und als Archiv etc.

Fuer die Machbarkeit von Basisdemokratie bedeutet das, dass die Gliederung in kleinen, ueberschaubaren oertlichen Organisationen stattfinden muss.
Um die Basisdemokratie auszudehnen auf groessere Bereiche, wird es schon schwieriger.

Wenn z.B. ein parlamentarischer Wahlkreis an die zwanzigtausend Einwohner umfasst, koennte man sich vorstellen, dass sich der Wahlkreis gliedert in ca. sieben Organisationen zu ca. dreitausend Leuten.
Was nicht nur die unmittelbare Nachbarschaft betrifft, sondern mehrere Organisationsgebiete, wuerde dann zweckmaessigerweise von einer Antragskommission, zusammengesetzt aus Mitgliedern der teilnehmenden Basisorganisationen, zusammengefasst. (Deren Arbeit muss uebrigens transparent dokumentiert und fuer jeden nachpruefbar sein!) So koennte die Meinungsbildung durch die Baumstruktur hinauf und herunter organisiert werden, ohne dass etwa im Extremfall 80 Millionen sich auf einem Megaplenum treffen muessten.

Wenn so die Meinungsbildung im Wahlkreis basisdemokratisch erfolgt, kann die Verknuepfung mit der parlamentarischen Demokratie praktisch durch Kurzschliessung der entsprechenden Wahlkreis-Regionaldelegation mit den Wahlkreisabgeordneten und -kandidaten der Parteien umgesetzt werden.
Die Berufspolitiker erfahren, was die (parteiuebergreifende) Einwohnerschaft will, und koennen die entsprechenden Initiativen in Stadtrat, Landtag und Bundestag ergreifen. Ebenso koennten/sollten sie Rechenschaft gegenueber ihren Waehlern ablengen.

Basisdemokratie und parlamentarische Demokratie muessen sich also nicht ausschliessen, sondern koennten sich gegenseitig ergaenzen.

Wie koennte man Basisdemokratie lokal umsetzen?

Zielsetzung

Ziel ist, einen basisdemokratischen Freiraum vom Alltag zu schaffen, gedeihen zu lassen und zu foerdern, dass es als Erfolgsprojekt Vorbildcharakter hat und sich ein neuer Ansatz der sozialen und politischen Aktivitaet ergibt.
Der fuer alle Menschen attraktiv ist, die Verstaendigung und Zusammenarbeit wollen, durch die verschiedenen sozialen und politischen Gruppen hindurch,
Einen Weg zu finden, dass moeglichst viele Menschen aus der depressiven Passivitaet, die aus den (oft nur subjektiv) geringen Handlungsmoeglichkeiten des Einzelnen herruehrt, einen attraktiven Ausweg finden. Naemlich in der Gemeinschaft etwas fuer die Gemeinschaft zu tun, Schoenes und Nuetzliches.

Einleitung, Grundsaetzliches

Die groessten Hindernisse, sehr verschiedene Menschen zusammenzubringen, sind Vorurteile, Intoleranz, Angst und Hass. Daher muss diesem Aspekt durchgehend bei allen Ueberlegungen und Planungen groesste Beachtung geschenkt werden. Vorstufe von Angst und Hass kann sich in Ablehnung zeigen, ob nun aus dogmatischen oder aufgrund von (subjektiven) aeusserlichen Reizwirkungen. Daher muessen Dinge, die (potentiell) abstossende Reizwirkung ausueben koennen, aufmerksam im Vorfeld wie im laufenden Betrieb beruecksichtigt werden.

Sonst wird nicht die ganze Zielgruppe (die, die sich ungefaehr das Gleiche wuenschen wie in der Grundzielsetzung oben beschrieben) erreicht, weil Untergruppen der Zielgruppe sich abgeschreckt/abgestossen fuehlen oder eine Mitarbeit fuer sich nicht vereinbar ansehen. Das wuerde dann auf ein Randgruppenprojekt hinauslaufen, sei es politisch, religioes, sozialschichtenmaessig oder altersgruppenbezogen. Die Grundzielsetzung zu erreichen, setzt also voraus, Dingen, die bestimmten Gruppen die Schwelle erhoehen, sich hinzuzugesellen und auch mitzuwirken, groesste Aufmerksamkeit geschenkt wird. (Solche Dinge sind zu vermeiden bzw. ausschliesslich dann einzusetzen, wenn es darum geht, das Projekt fuer Personen/Gruppen, deren Teilnahme nicht erwuenscht ist, unattraktiv zu machen.)

Idealerweise gelingt es, Offenheit und Akzeptanz in einem Masse zu schaffen, dass eine hohe Beteiligung durch alle moeglichen gesellschaftlichen Gruppen hindurch erreicht wird, dann besteht auch die Moeglichkeit ueber den Kontakt zu Abgeordneten und Parteien auf politischer Ebene Verbesserungen zu erreichen. Dies waere dann wie eine Bruecke von Waehler zu Politik. So koennten Buerger, ohne sich mit parteipolitischem Engagement zu belasten, direkten Einfluss auf das lokale politische Geschehen nehmen. Dies koennte ein Loesungsweg sein fuer das vielbeklagte Problem, dass die Politiker „keinen Kontakt zur Basis“ mehr haetten. So koennte eine wichtige Ursache der „Politikverdrossenheit“ angegangen werden, die letztlich nur der Demokratie schadet.

Konkretisierung
Jeder Mensch hat als Kind Traeume gehabt. Im Laufe des Erwachsenwerdens sind der Grossteil dieser Traeume durch die Resignation aufgrund aller moeglichen „Sachzwaenge“ des taeglichen Lebens usw. praktisch „untergegangen“.
Diese Traeume, „Utopien“ sind bei eigentlich jedem Menschen dieselben:

1. Frei zu sein. Gluecklich zu sein. Sich wohlzufuehlen. Schoenheit statt Missfallen.
2. Keine Not spueren muessen, sondern satt zu werden.
3. Akzeptiert und respektiert zu sein/zu werden. Freundschaft statt Bedrohung, Feindschaft, Hass und Kampf.
4. Nicht ertragen muessen, was man nicht in seiner Naehe haben moechte.
5. Wahrhaftigkeit und Vertrauen
[ usw ]

Jeder hat diese Traeume tief in sich, unabhaengig von Geschlecht, Alter, sozialer Stellung, Religion oder Lebensphilosophie und politischer Ideologie.
Diese „Traeume“ oder „Utopien“ koennten eine gute Basis sein, ein Minimum von Grundsaetzen zu definieren, wofuer das Projekt stehen und umgesetzt werden soll.

Daher ist so wichtig, die Sache so umzusetzen, dass nicht gegen diese Grundwuensche der Menschen verstossen wird oder ihnen ein solches Gefuehl entstehen koennte.

Wenn sich also eine Ansatzmoeglichkeit finden laesst, die unterschiedlichste Menschen unterschiedlicher Religionen und Ideologien konstruktiv zusammenkommen zu lassen, die auch noch offen fuer alle, also attraktiv und ohne Hemmschwellen sich zu beteiligen ist, koennte sich eine Perspektive auftun, im lokalen, kleinraeumig regionalen Bereich basisdemokratische Strukturen aufzubauen. Wenn es gelingt, ausreichende Beteiligung der Menschen in der oertlichen Umgebung des lokalen Projekthauses zu erreichen, laesst sich eine direktdemokratische lokale „Lobby“ umsetzen, die auf die reale Politik Einfluss nehmen kann. Ohne dass man Vereine oder Parteien gruendet. Alleine durch Oeffentlichkeitsarbeit.

Es muss also Neuland beschritten werden. Wege und Ansaetze, die frueher undenkbar waren, weil chancenlos, oeffnen sich. Neue Moeglichkeiten wollen genutzt werden.

Also muss man sich von alten Denkweisen befreien. Um voranzukommen und den Kurs mitzubestimmen, auf die als „sustainable“ erkannten Ziele hinarbeiten. Damit Bewusstsein schaffen. Bewusstsein schafft ueber kurz oder lang Veraenderung.

Also ist die Vereinbarkeit der konkreten Projektumsetzung mit diesen „Traeumen“ unbedingte Erfolgsvoraussetzung.
Alles, was gemacht wird, muss so gemacht werden, dass es mit allen diesen Pruefsteinen vereinbar ist.

Dass beispielsweise die verbreitete basisdemokratische „Regierungsform“ Tagesplenum nur mangelhaft geeignet fuer eine erfolgreiche Projektumsetzung ist, ergibt sich so aus verschiedenen Gruenden:
-Wer nicht die Zeit hat, jeden Tag stundenlang anwesend zu sein, wenn das Plenum stattfindet, ist gehindert an der Meinungsbildung und Beschlussfindung.
-Die fuer die Beurteilung und Entscheidungsfindung wichtige Information ist nur moeglich, wenn man stets anwesend ist. Umso schlimmer, wenn die Plena zu unterschiedlichsten Zeiten stattfinden. Seiteneffekt: wegen diesem Informationsrueckstand derjenigen, die nicht staendig da sein koennen, bildet sich ohne offenes Informationswesen ueber kurz oder lang ein kleiner, informierter Kreis, quasi eine Kadernomenklatura. Und damit ist das nicht mehr wirklich basisdemokratisch.
-
Die Schlussfolgerungen sind also u.a. die Wichtigkeit von Offenheit und Transparenz, und ein Modus der Beschlussfindung, der allen eine vergleichbare Moeglichkeit gewaehrt, eine „informed decision“ zu treffen und mitabzustimmen. Das zeigt, dass es sich lohnen koennte, ueber andere konkrete Umsetzungsformen der Basisdemokratie als die „Plenumsdemokratie“ nachzudenken.

Umsetzung
Konkret ist das kurzfristige Ziel also erst einmal, eine kleine, nicht profitorientierte „Oase“ in einem vorhandenen Laden mit Garten zu schaffen, einen Freiraum in der „Welt der grauen Maenner“ (also um es mit Momo zu sagen, unserer realkapitalistischen Gesellschaft). Einen Modus zu finden, wie so etwas funktionierend umgesetzt werden koennte. Dass die grundlegende Zielsetzung erreicht wird, indem die richtigen Dinge getan werden, und grundlegende Konzept- und Ausfuehrungsfehler vermieden werden.

Dies wiederum setzt voraus, dass man das Konzept fortwaehrend (auch im Laufe der Umsetzung!) kritisch prueft, um die wichtigsten potentiellen Knackpunkte moeglichst von vornherein zu (er)kennen und umzugehen. Viele Dinge, die einen Erfolg ausschliessen wuerden, lassen sich schon im Vorfeld anhand der o.g. Pruefsteine identifizieren und konzeptionell und bei der konkreten Umsetzung beruecksichtigen.

Wenn das funktioniert, dann kann solch ein Ort Kristallisationspunkt fuer viele andere Basisaktivitaeten neben der Kommunikation und dem Zusammenessen werden.

Im naechsten Artikel entwickle ich einige Rahmengedanken ueber Gesichtspunkte, die fuer eine weite Akzeptanz eines solchen Projekts wichtig sein koennten. Was geht, was geht warum nicht? Wie geht es, wie geht es nicht, und warum?
Daraus dann in spaeteren Artikeln die Schlussfolgerungen, wie in einem solchen Rahmen dann konkret (hoffentlich) erfolgreich gearbeitet werden koennte.
Kritik ist wie immer willkommen.

Viel Glueck dem Libertaeren Zentrum!

Mittlerweile glaube ich, es hat keinen Sinn mehr, bezueglich des Magdeburger Squats noch etwas zu schreiben, zu bewegen zu versuchen.

Die Vorstellungen von Basisdemokratie, deren Umsetzung etc sind zu verschieden. So wuensche ich dem „Libertaeren Zentrum“ noch viel Glueck, dass das klappt mit mit einem Haus von der Stadt.

Ich werde mich nun weiter mit meinem Projekt beschaeftigen, es konkretisieren, um Mitstreiter werben und die Sache konkret anschieben zu koennen.
Werde daher in der kommenden Zeit grundlegende Gedanken dazu in Blogartikeln hier ausarbeiten und daraus das konkrete Konzept und einen Realisierungs-Leitfaden entwickeln, als Handreichung fuer mich und alle Mitstreiter, vielleicht sogar irgendwann als Anleitung, wie man solche Projekte erfolgreich durchziehen koennte.
Kritik ist ausdruecklich erwuenscht, Denkfehler sollten schliesslich fruehzeitig erkannt werden, gute Ideen von Anfang an eingearbeitet werden.

Warum dieser Blog geoeffnet wurde und jetzt wieder auf Eis gelegt ist

Die letzten Tage ist solch ein klasse Bauwetter. Das kann ich einfach nicht ungenutzt lassen. So bin ich immer noch nicht dazu gekommen, in die Stadt in die Freie Str. zu fahren. Morgen habe ich aber in der Stadt zu tun und komme dann wohl auch vorbei.

Mein Beweggrund, diesen Blog zu starten, war meine Veraergerung darueber, wie pauschal das angebotene Ersatzobjekt in der Schoenebecker Str. als unannehmbare „Ruine“ abqualifiziert wurde und wie einseitig mir die oeffentliche Information vorkommt.
Im Endeffekt wurde diese Chance meinem Eindruck nach ohne sachlichen Grund schlechtgemacht. Das habe ich als Manipulation empfunden, moechte das aber eher auf bautechnische Unkenntnis als auf Absicht zurueckfuehren. So habe ich die Sorge, dass hier eine grosse Chance verspielt zu werden droht, zumal diese Auffassung anscheinend weithin kritiklos uebernommen worden zu sein scheint.

Mein Gefuehl war, dass man sich quasi verrannt hatte. Aber so kommt man nicht zum Erfolg.
Da ich vermute, dass das angebotene Objekt so ziemlich das Beste gewesen sein koennte, was die Gegenseite anbieten konnte, waere mir wichtig, dass dieses Vorurteil von wegen „Ruine“ verschwindet bzw. relativiert wird. Dass es aber anscheinend weithin unkritisch uebernommen wurde, hat mich masslos geaergert.

So hatte ich gehofft, dass durch eine umfassende Darstellung des Objekts eine weniger einseitige Beurteilung moeglich wird und die Ablehnung ueberdacht werden kann, damit der verbaute Weg zu Verhandlungen wieder frei werden kann.

Dass ich dies in aller Oeffentlichkeit getan habe, ist sicherlich kritikwuerdig und war wohl auch nicht besonders klug. So bitte ich um Entschuldigung, aber auch um ein wenig Verstaendnis angesichts meiner Veraergerung.

Wer meine diversen Kommentare gelesen hat, wird vielleicht meine Veraergerung nachvollziehen koennen, in die ich spaetestens dann komme, wenn ich versuche, mich in die Lage der Gegenseite zu versetzen. Nachempfindbar duerfte sicherlich sein, wie die Gegenseite sich angesichts der oeffentlichen Darstellung der Dinge „pissed off“ gefuehlt haben mag. So darf das aber nicht laufen, wenn die Sache Erfolg haben soll.

Das sind meine Beweggruende, warum ich das Wissen um das angebotene Objekt und seinen Zustand verbreiten wollte in einer Weise, die jeder nachvollziehen kann. Das sollte eigentlich auch hervorgehen aus dem, was ich bisher geschrieben habe.

Ich halte es fuer sehr problematisch und gefaehrlich, wenn wichtige Urteile und Entscheidungen ohne genaue eigene Betrachtung nur aufgrund ungeprueften Hoerensagens gefasst werden.

Das widerspricht meiner Auffassung von hierarchiefreier Basisdemokratie. Denn Wissen ist Macht, und daher ist entscheidend, dass es nicht etwa ein paar „Eingeweihte“ gibt, die im Endeffekt durch das, was sie mitteilen und durch das, was sie nicht mitteilen, Macht ausueben. Ohne Transparenz also keine Demokratie. Andererseits, wenn man sich nicht interessiert, nicht selbst nachschaut, nicht nachfragt, braucht man sich nicht zu beklagen, wenn im Endeffekt Andere die wirklichen Entscheidungen treffen und man sich selbst zum Stimmvieh degradiert.

Es gibt weitere grundsaetzlich kritikwuerdige Aspekte der Entscheidungsfindung, der Verhandlungsfuehrung und der Oeffentlichkeitsarbeit, die mich massiv aergern und mich fragen lassen, ob das so einen Sinn, eine Chance auf Erfolg hat.
Doch diese Einzelheiten oeffentlich zu besprechen halte ich allenfalls in einer Nachbereitung fuer sinnvoll. Diese Dinge werde ich bei Gelegenheit auf dem Plenum thematisieren, um zu einer konstruktiven Abhilfe beizutragen zu versuchen.

Den „Anspruch der Kritik gegen das Vorgehen der BesetzerInnen“ und auf das Hinterfragen von Entscheidungen habe ich also nicht aufgegeben, doch es erscheint mir nach laengerem Ueberlegen mittlerweile das zweckmaessigste, mich herauszuhalten und die Dinge laufen zu lassen, wie sie laufen.
Auch wenn die Richtung meiner Auffassung nicht die richtige ist, denn ich glaube nicht, dass, wenn man es aufs Scheitern ankommen laesst, ein „neuer Anlauf“ vergleichbare Erfolgsaussichten haben wird.

Ich bin also zum Schluss gekommen, den virtuellen Rundgang durch das Objekt in der Schoenebecker Str. allenfalls zu veroeffentlichen im Rahmen einer retrospektiven Nachbetrachtung, wenn die Besetzung abgeschlossen ist, sei es durch Erfolg (Legalisierung) oder Scheitern (Raeumung).

Denn dann waere eben wichtig, zu hinterfragen, wie es so kommen konnte, um entsprechende Fehlentwicklungen bei etwaigen zukuenftigen Besetzungen zu vermeiden (wenn man dann ueberhaupt nochmal das Glueck haben sollte, ein Ersatzobjekt angeboten zu bekommen).
So wird es voraussichtlich vorerst von mir weder weitere Beitraege zum LiZ noch Bilder zum Ersatzobjekt geben. Ebenso wird dieser Blog solange auf Eis gelegt, um keine weitere oeffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Ich hoffe sehr, dass es klappt, dass ein (anderes?) Ersatzobjekt gefunden wird, welches das Plenum akzeptieren kann.
Wenn nicht, Pech gehabt. Denn spaetestens, wenn der Herbst kommt (gemeint ist nicht der Soeren! ;-) ), wird es ungemuetlich in der Villa.

Auf gutes Gelingen!